Skaldaoke: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Versuch, etwas wie Stand up-Asatru im Eldaring zu etablieren, ist erstaunlich schwierig. Man könnte vermuten, dass Begriffe wie Thor-Heiten oder Heiden-Spaß automatisch dazu führen, dass der normale germanisch orientierte Heide von heute über sich selbst lachen kann. Dem ist nicht so. Man lacht nur über andere; das muss anders werden. Wir müssen wieder über uns selbst lachen, weil das unfassbar befreit.<br> | Der Versuch, etwas wie Stand up-Asatru im Eldaring zu etablieren, ist erstaunlich schwierig. Man könnte vermuten, dass Begriffe wie Thor-Heiten oder Heiden-Spaß automatisch dazu führen, dass der normale germanisch orientierte Heide von heute über sich selbst lachen kann. Dem ist nicht so. Man lacht nur über andere; das muss anders werden. Wir müssen wieder über uns selbst lachen, weil das unfassbar befreit.<br> | ||
Außerdem braucht jede heidnische Tradition einen Stammplatz für den heidnischen Narren. Der Hut mit den Narrenschellen sollte zwingend vergeben werden, bevor man Vorstandsämter wählt.<br> | Außerdem braucht jede heidnische Tradition einen Stammplatz für den heidnischen Narren. Der Hut mit den Narrenschellen sollte zwingend vergeben werden, bevor man Vorstandsämter wählt.<br> | ||
| − | Die Position des Narren ist umso wichtiger in einer Struktur, in der es auf Vereinsebene keine Leserbriefe, keine ungewollten Rückmeldungen gibt – der leichte Hang zum Nordkoreanischen ist bei jeder heidnischen Organisation, die mir in den letzten 40 Jahren begegnet ist, gang und gäbe. Der große, geliebte Führer heißt manchmal Allsherjargode, manchmal nicht, und ich gebe schon gerne zu, dass der Eldaring am angenehmsten Ende des Spektrums des Pseudo- | + | Die Position des Narren ist umso wichtiger in einer Struktur, in der es auf Vereinsebene keine Leserbriefe, keine ungewollten Rückmeldungen gibt – der leichte Hang zum Nordkoreanischen ist bei jeder heidnischen Organisation, die mir in den letzten 40 Jahren begegnet ist, gang und gäbe. Der große, geliebte Führer heißt manchmal Allsherjargode, manchmal nicht, und ich gebe schon gerne zu, dass der Eldaring am angenehmsten Ende des Spektrums des Pseudo-Stalinismus liegt.<br> |
| − | Man darf sich aber wundern, wie es so weit gekommen ist – da doch Humor in der aktuellen Organisation des Eldarings grundsätzlich | + | Man darf sich aber wundern, wie es so weit gekommen ist – da doch Humor in der aktuellen Organisation des Eldarings grundsätzlich angelegt ist. Nicht umsonst trifft man sich in einem Zirkuszelt, um als "Stars in der Manege" wegzukommen vom banalen Steinkreis oder zugigen Hain, hin zum Hochtrapez und zum metaphorischen Reiten auf dem Kamel, das bekanntlich zu Asatru genauso passt wie Kartoffeln und Klangschalen, Schlager und Schokoriegel, Karaoke und Kakao.<br> |
Wie machen wir weiter auf dem Wege der Lach-Therapie?<br> | Wie machen wir weiter auf dem Wege der Lach-Therapie?<br> | ||
Herdwarte auf Tür-zu-Tür-Mission zu schicken, das fände ich einen schönen ersten Schritt. Der Herdwart singt dann leise "Warte, warte nur ein Weilchen/dann kommt der Herdwart auch zu dir". Oder Infostände in der Innenstadt. "Wenn dein Gott tot ist, nimm doch meinen – Balder lebt!" – das wäre ein schöner Text für einen Aufsteller in der Fußgängerzone von Bottrop oder Castrop-Rauxel. Oder: "Was, dein Gott hing nur drei Tage am Holz? Meiner neun Tage." Dazu Anstecker mit "Church of Odin the Redeemer", Zeitschriftenständer mit "Der Lachturm" oder besser noch "Die Alte Sitte". Ich bin der Meinung, dass dies endlich die Mitgliederflut bringt, die wir so schmerzlich vermissen.<br> | Herdwarte auf Tür-zu-Tür-Mission zu schicken, das fände ich einen schönen ersten Schritt. Der Herdwart singt dann leise "Warte, warte nur ein Weilchen/dann kommt der Herdwart auch zu dir". Oder Infostände in der Innenstadt. "Wenn dein Gott tot ist, nimm doch meinen – Balder lebt!" – das wäre ein schöner Text für einen Aufsteller in der Fußgängerzone von Bottrop oder Castrop-Rauxel. Oder: "Was, dein Gott hing nur drei Tage am Holz? Meiner neun Tage." Dazu Anstecker mit "Church of Odin the Redeemer", Zeitschriftenständer mit "Der Lachturm" oder besser noch "Die Alte Sitte". Ich bin der Meinung, dass dies endlich die Mitgliederflut bringt, die wir so schmerzlich vermissen.<br> | ||
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Wo wir schon dabei sind: Bei der Neuorganisation ist leider übersehen worden, dass die Gebiete, die ein Herdwart regiert, auch benannt werden müssen. Herdwartland ist schön, aber nicht gut zu handhaben. Ich bin für "größter Asatru-Umriss", also G.A.U., was den G.A.U.-Leiter als neue Bezeichnung gleich sprachlich voranbringt. Aber vielleicht ist das auch ein Irrweg. Wir Deutsche sind es eben so gewöhnt, wenn uns Österreicher führen, obwohl der Anschluss der österreichischen Heiden an das deutsche Asatru auch unter Doc Ehri – wie ihn seine beiden Freunde nennen dürfen – nicht geklappt hat.<br> | Wo wir schon dabei sind: Bei der Neuorganisation ist leider übersehen worden, dass die Gebiete, die ein Herdwart regiert, auch benannt werden müssen. Herdwartland ist schön, aber nicht gut zu handhaben. Ich bin für "größter Asatru-Umriss", also G.A.U., was den G.A.U.-Leiter als neue Bezeichnung gleich sprachlich voranbringt. Aber vielleicht ist das auch ein Irrweg. Wir Deutsche sind es eben so gewöhnt, wenn uns Österreicher führen, obwohl der Anschluss der österreichischen Heiden an das deutsche Asatru auch unter Doc Ehri – wie ihn seine beiden Freunde nennen dürfen – nicht geklappt hat.<br> | ||
Natürlich gibt es auch einige Gebiete, auf denen wir stärker werden müssen. Wir lassen auch keine Christen unsere Rituale schreiben, aber ich lasse mir die Inklusion von Nicht-Behinderten erklären. Ich bin selbst gehbehindert, von daher kann ich den weisen Spruch nur unterschreiben, der da lautet "Man ist nicht behindert, man wird behindert." Erzwungene Inklusion bedeutet ja, dass man inkludiert werden wollen müssen sollte. Will ich aber nicht. Ich kann sprechen, mich wehren, Dinge organisieren, die ich selbst nicht hinkriege – wenn man das für mich organiniert, werde ich klein gehalten. Betreutes Blóten wäre dann der nächste Schritt, mit einer klaren Kontrolle vom Alkoholpegel bei potenziellen Trinkern und Zucker-Status bei potenziellen Typ-3-Diabetikern. Ich weiß, es gibt keine Typ- 3-Diabetiker. Aber wir erfinden als Heiden so viele Begriffe neu, der eine mehr oder weniger macht das Blót auch nicht fett. Aber das mit der Inklusion ist nur jenen verständlich, die betroffen sind. Und gut gemeint ist hier wieder einmal nicht gut gemacht.<br> | Natürlich gibt es auch einige Gebiete, auf denen wir stärker werden müssen. Wir lassen auch keine Christen unsere Rituale schreiben, aber ich lasse mir die Inklusion von Nicht-Behinderten erklären. Ich bin selbst gehbehindert, von daher kann ich den weisen Spruch nur unterschreiben, der da lautet "Man ist nicht behindert, man wird behindert." Erzwungene Inklusion bedeutet ja, dass man inkludiert werden wollen müssen sollte. Will ich aber nicht. Ich kann sprechen, mich wehren, Dinge organisieren, die ich selbst nicht hinkriege – wenn man das für mich organiniert, werde ich klein gehalten. Betreutes Blóten wäre dann der nächste Schritt, mit einer klaren Kontrolle vom Alkoholpegel bei potenziellen Trinkern und Zucker-Status bei potenziellen Typ-3-Diabetikern. Ich weiß, es gibt keine Typ- 3-Diabetiker. Aber wir erfinden als Heiden so viele Begriffe neu, der eine mehr oder weniger macht das Blót auch nicht fett. Aber das mit der Inklusion ist nur jenen verständlich, die betroffen sind. Und gut gemeint ist hier wieder einmal nicht gut gemacht.<br> | ||
| − | Was bleibt? In den über 20 Jahren, in denen es den Eldaring gibt, hätten wir die Chance | + | Was bleibt? In den über 20 Jahren, in denen es den Eldaring gibt, hätten wir die Chance gehabt, uns mit Kult und Kultus zu beschäftigen. Um im kirchlichen Vergleich für eine Stand-Beschreibung zu bleiben: Wir haben kein eigenes Kirchengebäude, wenig Ritus und kein Liederbuch, dafür wissen wir aber genau, wer wann welchen Kaffee mit veganer Hafermilch im Gemeindehaus ausschenken muss und wer an welchem Ausgang Kollektendienst hat.<br> |
Thingfrieden heißt nicht, dass man nicht anecken darf. Dass man nicht streiten darf. Dass man nicht anderer Meinung sein darf. Dass man sich nicht entblöden darf. Ich habe das Recht, mich zum Narren zu machen – wer damit nicht zufrieden ist, dem gebe ich als Theorie mit, dass ich Delling channele, der durch mich spricht, was meine eigene heidnische Haftbarkeit minimiert.<br> | Thingfrieden heißt nicht, dass man nicht anecken darf. Dass man nicht streiten darf. Dass man nicht anderer Meinung sein darf. Dass man sich nicht entblöden darf. Ich habe das Recht, mich zum Narren zu machen – wer damit nicht zufrieden ist, dem gebe ich als Theorie mit, dass ich Delling channele, der durch mich spricht, was meine eigene heidnische Haftbarkeit minimiert.<br> | ||
Oder ich bin einfach nur verrückt und will inkludiert werden.<br> | Oder ich bin einfach nur verrückt und will inkludiert werden.<br> | ||
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Bis dahin bleibt, sich immer daran zu erinnern, dass es Götter gibt, die darüber gelacht haben, dass sich jemand ein Seil um die Geschlechtsteile gebunden hat, damit eine Ziege daran ziehen kann. Nicht mein Humor, denn Stand-up-Asatru ist eine andere Humorform als Lokis Lachen. Außerdem bin ich ein Narr und nicht verrückt. Ich würde nie eine Ziege zu einem Abend mitbringen, bei dem die meisten Zuhörenden Veganer sind – so nennt man es doch, wenn jemand von der Wega kommt?<br> | Bis dahin bleibt, sich immer daran zu erinnern, dass es Götter gibt, die darüber gelacht haben, dass sich jemand ein Seil um die Geschlechtsteile gebunden hat, damit eine Ziege daran ziehen kann. Nicht mein Humor, denn Stand-up-Asatru ist eine andere Humorform als Lokis Lachen. Außerdem bin ich ein Narr und nicht verrückt. Ich würde nie eine Ziege zu einem Abend mitbringen, bei dem die meisten Zuhörenden Veganer sind – so nennt man es doch, wenn jemand von der Wega kommt?<br> | ||
Danke!<br> | Danke!<br> | ||
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Aktuelle Version vom 6. Juli 2026, 20:14 Uhr
Guten Abend, geehrte heidnische Schar!
Der Versuch, etwas wie Stand up-Asatru im Eldaring zu etablieren, ist erstaunlich schwierig. Man könnte vermuten, dass Begriffe wie Thor-Heiten oder Heiden-Spaß automatisch dazu führen, dass der normale germanisch orientierte Heide von heute über sich selbst lachen kann. Dem ist nicht so. Man lacht nur über andere; das muss anders werden. Wir müssen wieder über uns selbst lachen, weil das unfassbar befreit.
Außerdem braucht jede heidnische Tradition einen Stammplatz für den heidnischen Narren. Der Hut mit den Narrenschellen sollte zwingend vergeben werden, bevor man Vorstandsämter wählt.
Die Position des Narren ist umso wichtiger in einer Struktur, in der es auf Vereinsebene keine Leserbriefe, keine ungewollten Rückmeldungen gibt – der leichte Hang zum Nordkoreanischen ist bei jeder heidnischen Organisation, die mir in den letzten 40 Jahren begegnet ist, gang und gäbe. Der große, geliebte Führer heißt manchmal Allsherjargode, manchmal nicht, und ich gebe schon gerne zu, dass der Eldaring am angenehmsten Ende des Spektrums des Pseudo-Stalinismus liegt.
Man darf sich aber wundern, wie es so weit gekommen ist – da doch Humor in der aktuellen Organisation des Eldarings grundsätzlich angelegt ist. Nicht umsonst trifft man sich in einem Zirkuszelt, um als "Stars in der Manege" wegzukommen vom banalen Steinkreis oder zugigen Hain, hin zum Hochtrapez und zum metaphorischen Reiten auf dem Kamel, das bekanntlich zu Asatru genauso passt wie Kartoffeln und Klangschalen, Schlager und Schokoriegel, Karaoke und Kakao.
Wie machen wir weiter auf dem Wege der Lach-Therapie?
Herdwarte auf Tür-zu-Tür-Mission zu schicken, das fände ich einen schönen ersten Schritt. Der Herdwart singt dann leise "Warte, warte nur ein Weilchen/dann kommt der Herdwart auch zu dir". Oder Infostände in der Innenstadt. "Wenn dein Gott tot ist, nimm doch meinen – Balder lebt!" – das wäre ein schöner Text für einen Aufsteller in der Fußgängerzone von Bottrop oder Castrop-Rauxel. Oder: "Was, dein Gott hing nur drei Tage am Holz? Meiner neun Tage." Dazu Anstecker mit "Church of Odin the Redeemer", Zeitschriftenständer mit "Der Lachturm" oder besser noch "Die Alte Sitte". Ich bin der Meinung, dass dies endlich die Mitgliederflut bringt, die wir so schmerzlich vermissen.
Wir legen uns dann Standardsätze zu, mit denen wir Passanten ansprechen. "Guten Tag, ich bin Schamane und beschäftige mich mit der Kultur der Samen" ist gerade bei weiblichen Zielpersonen nur zu empfehlen. "Wir sind für die Verkürzung der Lebensarbeitszeit – getreu dem alten »Edda«-Motto Schwertzeit, Axtzeit, Teilzeit" – gerade bei Gewerkschaftsmitgliedern mache ich mir da Hoffnung für die Aktivierung von brachliegendem germanischem Gedankengut.
Eldawart, Eldarat, Eldawichtel und Eldaring. Wir werden mehr und mehr zu einer Buchstabensuppe des Heidentums. Dass der Eldarat mich nicht nur vom Titel her an den Elferrat erinnert, das könnte man durch rote Nasenpüschel weiter ausbauen. Oder bunte Kostüme bei gleichzeitiger Reduzierung des Eldarates auf drei Mitglieder, nämlich Prinz, Jungfrau, Bauer, mit dem Förderverein als Tanzmariechen. "Der Eldarat, der hat beschlosse …" Ein zackiges "Tufftää" könnte aus den Reihen der Mitglieder jeden Beschluss wirksam untermauern, um ein Wir-Gefühl zu erzeugen, das durch passendes Liedgut begleitet wird.
Wo wir schon dabei sind: Bei der Neuorganisation ist leider übersehen worden, dass die Gebiete, die ein Herdwart regiert, auch benannt werden müssen. Herdwartland ist schön, aber nicht gut zu handhaben. Ich bin für "größter Asatru-Umriss", also G.A.U., was den G.A.U.-Leiter als neue Bezeichnung gleich sprachlich voranbringt. Aber vielleicht ist das auch ein Irrweg. Wir Deutsche sind es eben so gewöhnt, wenn uns Österreicher führen, obwohl der Anschluss der österreichischen Heiden an das deutsche Asatru auch unter Doc Ehri – wie ihn seine beiden Freunde nennen dürfen – nicht geklappt hat.
Natürlich gibt es auch einige Gebiete, auf denen wir stärker werden müssen. Wir lassen auch keine Christen unsere Rituale schreiben, aber ich lasse mir die Inklusion von Nicht-Behinderten erklären. Ich bin selbst gehbehindert, von daher kann ich den weisen Spruch nur unterschreiben, der da lautet "Man ist nicht behindert, man wird behindert." Erzwungene Inklusion bedeutet ja, dass man inkludiert werden wollen müssen sollte. Will ich aber nicht. Ich kann sprechen, mich wehren, Dinge organisieren, die ich selbst nicht hinkriege – wenn man das für mich organiniert, werde ich klein gehalten. Betreutes Blóten wäre dann der nächste Schritt, mit einer klaren Kontrolle vom Alkoholpegel bei potenziellen Trinkern und Zucker-Status bei potenziellen Typ-3-Diabetikern. Ich weiß, es gibt keine Typ- 3-Diabetiker. Aber wir erfinden als Heiden so viele Begriffe neu, der eine mehr oder weniger macht das Blót auch nicht fett. Aber das mit der Inklusion ist nur jenen verständlich, die betroffen sind. Und gut gemeint ist hier wieder einmal nicht gut gemacht.
Was bleibt? In den über 20 Jahren, in denen es den Eldaring gibt, hätten wir die Chance gehabt, uns mit Kult und Kultus zu beschäftigen. Um im kirchlichen Vergleich für eine Stand-Beschreibung zu bleiben: Wir haben kein eigenes Kirchengebäude, wenig Ritus und kein Liederbuch, dafür wissen wir aber genau, wer wann welchen Kaffee mit veganer Hafermilch im Gemeindehaus ausschenken muss und wer an welchem Ausgang Kollektendienst hat.
Thingfrieden heißt nicht, dass man nicht anecken darf. Dass man nicht streiten darf. Dass man nicht anderer Meinung sein darf. Dass man sich nicht entblöden darf. Ich habe das Recht, mich zum Narren zu machen – wer damit nicht zufrieden ist, dem gebe ich als Theorie mit, dass ich Delling channele, der durch mich spricht, was meine eigene heidnische Haftbarkeit minimiert.
Oder ich bin einfach nur verrückt und will inkludiert werden.
Wichtig ist, dass man sich entschuldigen kann, wenn man einen Fehler gemacht hat. Dass man das jemandem sagt, wenn man anderer Meinung ist, weil Konsens keine Lösung ist, wenn man Dissens nicht aufarbeitet. Die Abwesenheit einer reinen Lehre bedeutet, dass wir uns immer wieder selbst fragen müssen, wie wir unsere Lehre wollen: sauber oder auch rein?
Im 21. Jahrhundert ankommen, das heißt nicht, alle Segnungen der Gegenwart zu verwerfen. Aber man muss auch nicht jede Mode-Tor-Heit mitmachen.
Wenn wir uns verändern wollen, müssen wir uns treu bleiben. Und daher führt der Eldaring sicher bald Treuepunkte ein, die man sammeln kann. Wer 9 Treuepunkte voll hat, der kriegt einen eigenen Spruch aus dem "Havamal" geschenkt. Davon gibt es ja bekanntlich genug.
Bis dahin bleibt, sich immer daran zu erinnern, dass es Götter gibt, die darüber gelacht haben, dass sich jemand ein Seil um die Geschlechtsteile gebunden hat, damit eine Ziege daran ziehen kann. Nicht mein Humor, denn Stand-up-Asatru ist eine andere Humorform als Lokis Lachen. Außerdem bin ich ein Narr und nicht verrückt. Ich würde nie eine Ziege zu einem Abend mitbringen, bei dem die meisten Zuhörenden Veganer sind – so nennt man es doch, wenn jemand von der Wega kommt?
Danke!