Im Wunderland der Operette: Unterschied zwischen den Versionen

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Noch viel später wurde mir klar, welches pralle Leben in diesen Künstlerbiographien verborgen ist. Paul Abraham, 1892 in Österreich-Ungarn geboren, unfassbar erfolgreich, dann von den Nazis wegen "entarteter Musik" vertrieben, in den USA wahnsinnig geworden, erst 1956 nach Deutschland zurückgekehrt, verstorben 1960. Ein Spiegel unseres Jahrhunderts.<br>
 
Noch viel später wurde mir klar, welches pralle Leben in diesen Künstlerbiographien verborgen ist. Paul Abraham, 1892 in Österreich-Ungarn geboren, unfassbar erfolgreich, dann von den Nazis wegen "entarteter Musik" vertrieben, in den USA wahnsinnig geworden, erst 1956 nach Deutschland zurückgekehrt, verstorben 1960. Ein Spiegel unseres Jahrhunderts.<br>
 
Und dann durfte ich feststellen, dass es für "Bin nur ein Jonny" eine Neuaufnahme von Udo Lindenberg gibt, bei der er den Text unter anderem wie folgt geändert hat:<br>
 
Und dann durfte ich feststellen, dass es für "Bin nur ein Jonny" eine Neuaufnahme von Udo Lindenberg gibt, bei der er den Text unter anderem wie folgt geändert hat:<br>
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[[Kategorie:Schlaraffia]]

Version vom 26. März 2026, 07:50 Uhr

Schlaraffen hört!

Nicht umsonst hielt ich bis zu meinem 40. Lebensjahr die Operette für die Bastardtochter der Oper, damit als Musikrichtung familiär vorbelastet, musikalisch vorbestraft und oral unverträglich. Erst nach dem Tod meines Vaters, als ich mich in einer Wohnung voll mit Operetten-Langspielplatten wiederfand, änderte sich diese Einstellung langsam.
Sicherlich mit daran schuld war, dass ich feststellte, dass ich in der Lage war, die meisten Stücke von Paul Abraham oder Emmerich Kalman mitzusingen – das Erbe meiner kindlichen Schachpartien mit meinem Vater, bei denen im Hintergrund Schmonzetten wie "Die Blume von Hawaii" oder "Die Csardasfürstin" liefen.
Noch viel später wurde mir klar, welches pralle Leben in diesen Künstlerbiographien verborgen ist. Paul Abraham, 1892 in Österreich-Ungarn geboren, unfassbar erfolgreich, dann von den Nazis wegen "entarteter Musik" vertrieben, in den USA wahnsinnig geworden, erst 1956 nach Deutschland zurückgekehrt, verstorben 1960. Ein Spiegel unseres Jahrhunderts.
Und dann durfte ich feststellen, dass es für "Bin nur ein Jonny" eine Neuaufnahme von Udo Lindenberg gibt, bei der er den Text unter anderem wie folgt geändert hat:

Egal ob in New York / oder Shanghai /
oder Bad Salzufflen / immer gut dabei
Heimat dich werd ich nie wieder sehen
Ostwestfalenbezug bei Paul Abraham – wow! Also heute in Erinnerung an die Operetten-Abende mit meinem Vater politisch völlig unkorrekt die Version, die auch Bruce Low gesungen hat:

Bin nur ein Jonny, zieh' durch die Welt
Singe für Money, tanze für Geld
Heimat, dich werd' ich niemals mehr seh'n

Dort in Kentucky, kenn ich ein Haus
Nachtschwarze Augen schauen heraus
Heimat, wann werd' ich wieder dich sehen.

Lulu!