Wolkenpanther

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KENNETH OPPEL
WOLKENPANTHER
Originaltitel: AIR-BORN, 2004, Übersetzung: Anja Hansen-Schmidt
Titelbild: Thomas Thiemeyer
Mit einer Vorsatzzeichnung des »Luftschiffes Aurora«, Beltz & Gelberg, 550 Seiten

Jugendbücher haben es mir angetan. Wenn sie auch noch eine spannende Handlung erzählen und nicht in Peinlichkeiten abrutschen, dann bin ich begeistert. So erging es mir mit WOLKENPANTHER.
Matt ist Schiffsjunge auf einem Luftschiff. Doch es ist nicht irgendein Luftschiff, die »Aurora« ist das Schiff, auf dem sein Vater gedient hat, bis er bei einem Unfall in der Luft starb. Und Matt ist nicht irgendein Junge. Er ist auf einer Überfahrt geboren worden, ist also wirklich ein »Luftgeborener«.
Die Faszination, die von dem Luftschiff auf den jungen Mann ausgeht, ist spürbar. Die Karte der »Aurora«, die im Buch abgedruckt ist, gibt nur einen Überblick über die Detailverliebtheit, mit dem das Schiff und die Luftfahrt geschildert werden. Die Schiffe werden durch ein Gas in der Luft gehalten, das es nur an wenigen Punkten der Welt zu finden gibt (und das frappant an den Antrieb der Voller in Alan Burt Akers Romanen erinnert). Die Technologie ist Steampunk, aber ohne, dass eine echte Parallelwelt mit einer eigenen Geschichte entwickelt wird (auch wenn einem immer wieder Städtenamen unbekannt sind; die Welt fühlt sich anders an als unsere Erde, ohne dass dieses Gefühl mit Fakten untermauert werden müsste).
Matt hat vor einigen Jahren bei einer Nachtwache einen Zeppelin entdeckt. Der Zeppelin konnte damals gerettet werden, doch der einzige Passagier starb. Jahre später ist dessen Enkelin, die junge und reiche Kate, Passagierin an Bord der »Aurora« (samt einer Anstandsdame, die rundum unsympathisch ist). Kate versucht, das von ihrem Großvater geschilderte Geheimnis um die Wolkenpanther zu lösen – eine unbekannte Tierart, die nur in der Luft lebt.
Die »Aurora« wird von Piraten überfallen, stürzt ab, entdeckt eine Insel im Pazifik ... und natürlich tauchen auch die Wolkenpanther auf.
Doch hier ist nichts so, wie es eigentlich in einem Standard-Roman ist. Matts Nebenbuhler erweist sich als netter Kerl – und stirbt in der Handlung. Kate und Matt küssen sich – doch dieser Kuss ist schön, so unvermittelt, die Romanze so zart, dass sie nicht in Peinlichkeiten erstickt.
Die Sprache ist fast schon opulent zu nennen, so dass man das Buch nicht weglegen mag. Und sei es nur, um herauszufinden, was aus dem edlen Piraten wird (der eben mehr ist als eine reine Holzmalerei, sondern ein Mensch mit Gefühlen und Problemen).
Ich habe die letzten 200 Seiten auf einen Rutsch gelesen – und es nicht bereut!