Kennen wir uns nicht woher?

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Kennen wir uns nicht woher,
ihr seid mir so bekannt.
Es war nicht hier, es war nicht jetzt,
damals, im fernen Land.

Mein Herz, das schlug beim ersten Blick
Hell wie ein Glockenschlag.
Ich weiß nicht, ob’s an diesem Blick
oder Atlantis lag.

Die Seele – ach! So wohlbekannt! –
den alten Freund erkennt,
ich weiß nicht, ob man’s Schicksal
oder Fügung nennt.

Ich sehe alte Bilder,
Marmor, Wellen, Strand,
die ich noch nie gesehen,
doch die mir wohlbekannt.

Ach, Seele, lass das Zerren,
du Herz, verschon die Brust!
Ach Hirn – such nicht nach diesem Bild,
weißt nicht, was du gewusst.

Ein Wo, ein Wann und ein Warum,
warum sind wir uns nah?
Die Seele hat schon lang geahnt,
was dann das Auge sah.

Wenn dann oft im Hier und Jetzt
das Trennende gewinnt –
ich weiß, der güld’ne Sand der Zeit
noch lange weiter rinnt.

Dann: In der Bahn um Jupiter,
auf einer Raumstation.
Ich weiß: auch wenn in ferner Zeit,
Schicksal erfüllt sich schon.